“Zitate für Atheisten”

Auf der Suche nach einem knackigen Zitat, mit dem ich morgen im Reli-Unterricht in Klasse 10 zur Frage “Ist Wissen eine Voraussetzung von Glauben?” in den Unterricht einsteigen kann, bin ich auf die Seite “Zitate und Aphorismen für Atheisten” gestoßen.

Großartig. Ich sitze hier schon seit einer halben Stunde am Rechner und muss immer wieder schmunzeln. Und nach dem Schmunzeln wird man nachdenklich und denkt: “Es ist ja was Wahres dran…” Die Seite präsentiert Ansichten, denen man nicht zustimmen muss, die aber prägnant und humorvoll formuliert werden, wie wir Christen es leider häufig nicht können.

Meine Favoriten:

  • ‘Ich flehe euch an, meine jungen Freunde: Bringt nicht eure unsterblichen Seelen durch ein Vergnügen in Gefahr, das, wie man mir glaubhaft versichert, nicht länger als eindreiviertel Minuten dauert.’ (Aus einer Predigt eines Geistlichen vor Studenten in Oxford)
  • Ein Esel stellt sich Gott als Esel vor. Der Papst stellt sich Gott als Mann vor. (Uta Ranke-Heinemann, deutsche Theologin)
  • (Oder als Variante zum Vorherigen:) Wenn Dreiecke einen Gott hätten, würden sie ihn mit drei Ecken ausstatten. (Charles-Lois Baron de Montesquieu, fr. Philosoph, 1689-1755)
  • Was die Kirche nicht verbieten kann, das segnet sie. (Kurt Tucholsky, dt. Schriftsteller, 1890-1935)

Und nun das Highlight (und der Spruch, mit dem ich morgen im Unterricht einsteigen werde):

  • Wer glaubt, ein Christ zu sein, weil er die Kirche besucht, irrt sich. Man wird ja auch kein Auto, wenn man in einer Garage steht. (Albert Schweitzer, dt. Theologe, Mediziner & Phil., 1875-1965)

Zu guter Letzt in diesem Sinne:

  • Nackt duschen widerspricht katholischer Moral. (Generalkirchenvikariat Köln)

Sieger der Foto-Rallye

Einen Triumph von Julia und Andrea brachte die Foto-Rallye am 19.8.. In sechs der sieben Kategorien holten sie sich den ersten Platz, in vier Kategorien darüber hinaus auch noch den zweiten Platz. Für Kai und Hans-Jörg blieben nur ein erster und drei zweite Plätze übrig – und die auch jeweils nur ganz knapp.

Und hier kommen die Sieger-Fotos der Kategorien:

Kategorie 1: “Alt”:

1. Platz: Julia

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2. Platz: Hans-Jörg

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Kategorie 2: “Jung”:

1. Platz: Andrea

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2. Platz: Julia

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Kategorie 3: “Erde”:

1. Platz: Andrea

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2. Platz: Kai

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Kategorie 4: “Luft”:

1. Platz: Andrea

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2. Platz: Julia

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Kategorie 5: “Wasser”:

1. Platz: Julia

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2. Platz: Hans-Jörg

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Kategorie 6: “Ferne”:

1. Platz: Kai

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2. Platz: Andrea

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Kategorie 7: “Nähe”:

1. Platz: Andrea

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2. Platz: Julia

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Bilder der Foto-Rallye

Hier sind die Bilder der Foto-Rallye am 19.8.10 im Zoo Wuppertal. Die Bilder von Julia fehlen noch.

Mails mit der Bewertung der Bilder bitte an mich! Stimmberechtigt sind außer den Teilnehmern noch Volker, Olaf, Annelie und Barbara. Für die Bilder, die man selbst gemacht hat, darf man natürlich keine Punkte vergeben.

Nochmal die Kriterien: Pro Bild 1-3 Punkte vergeben in den Kategorien Originalität, Perfektion und subjektives Gefallen. Pro Bild gibt es also 3-9 Punkte.

Bitte die Mails einfach als eine Folge von 28 Zahlen an mich schicken.

Viel Spaß!

Christus, der “Anti-Ring” (1. Joh 5, 11-13)

Wir Christen reden immerzu vom “Ewigen Leben”. Aber bisweilen habe ich das Gefühl, dass wir selbst nicht so genau wissen, was wir damit meinen. Deshalb heute Überlegungen zu der Frage: Wie kann man den Begriff “Ewiges Leben” heute deuten?

Im “Herrn der Ringe” gibt es diesen Zauberring. Dieser Ring ist die Inkarnation des Bösen. Wer den Ring hat, wird selbst immer mehr zum Bösen, zum Schatten, zur Finsternis. Keine Macht der Welt kann dem Ring auf Dauer widerstehen. Zwar macht der Ring den Träger zunächst mächtig, aber er zerstört die zwischenmenschlichen (okay: zwischen-hobbitischen) Bindungen, er isoliert seinen Träger immer mehr und füllt ihn mit Hass. Er tötet seinen Träger, obwohl dieser Träger weiterlebt und nicht einmal älter wird. Wer den Ring hat, hat den Tod.*

Wenn ich mich umsehe, dann finde ich, dass Tolkien damit etwas beschrieben hat, das es wirklich gibt: Es gibt Dinge, die uns Menschen böse machen, uns verführen, die uns gleichzeitig isolieren und zwischenmenschliche Bindungen zerstören: Anfang des 20. Jahrhunderst war es die Idee, dass der Mensch sich durch Fortschritt selbst erlösen könne (und der in den Weltkriegen endete); seit der Mitte des 20. Jahrhunderts ist es der Glaube, Konsum sei um seiner selbst willen erstrebenswert (der uns u.a. den Treibhauseffekt beschert); heute ist es vielleicht die Virtualisierung des Lebens, wie sie z.B. in World of Warcraft und anderen Online-Welten stattfindet. An sich sind Fortschritt, Konsum und WoW toll. Sie eröffnen uns Menschen ganz neue Möglichkeiten. Aber sie höhlen uns dabei aus und verdunkeln unseren Blick auf die Menschen um uns herum. Es besteht die Gefahr, dass wir das echte Leben über diese Dinge vergessen.

Wie ich schon sagte: Viele Probleme, die wir heute haben, haben auch schon die Menschen vor 2000 Jahren umgetrieben. So auch die Erfahrung, dass es Dinge/Ideen gibt, die das Leben fördern und Dinge/Ideen, die das Leben zerstören. Die Verfasser des 1.Johannes-Briefes berichten nun nicht (wie Tolkien) davon, was das Leben zerstört, sondern davon, was ihrer Erfahrung nach das Leben fördert. Sie beschreiben quasi einen “Anti-Ring”, der nicht zum Bösen, sondern zum Guten verführen will:

(11) Und das ist das Zeugnis, dass uns Gott das ewige Leben gegeben hat, und dieses Leben ist in seinem Sohn. (12) Wer den Sohn hat, der hat das Leben; wer den Sohn Gottes nicht hat, der hat das Leben nicht. (13) Das habe ich euch geschrieben, damit ihr wisst, dass ihr das ewige Leben habt, die ihr glaubt an den Namen des Sohnes Gottes.

(1. Johannes-Brief 5, 11-13)

“Wer den Sohn hat, der hat das Leben”: Eine ganz analoge Formulierung zu “Wer den Ring hat, der hat den Tod”. Genauso wie der Ring unendlich böse ist, so ist “der Sohn” (also Christus) unendlich gut, er gibt “ewiges Leben”. Hier muss man gar nicht an ein Leben nach dem Tod denken. “Ewiges Leben” bedeutet auch: Erfüllung des Lebens, das wir heute führen. Viele weitere Formulierungen über den Ring lassen sich ebenso umformen und übertragen: Der Ring isoliert, “der Sohn” integriert. Der Ring bedeutet Hass, “der Sohn” bedeutet Liebe usw.

Der vorliegende Text aus dem Johannes-Brief bleibt dabei leider etwas unkonkret, er sagt nicht, was “der Sohn” eigentlich ist. (Man kann ja auch nicht alles in drei Versen sagen.) Die konkrete “Füllung” des Begriffs mit Inhalt muss an anderer Stelle erfolgen. Aber neugierig machen wollen die Autoren. Sie berichten von einer Erfahrung die ihr Leben so bereichert hat, dass sie es als “ewiges Leben” bezeichnen. Sie behaupten, den “Anti-Ring” zu besitzen. Wer konkret wissen will, worin er besteht, der kann ja fragen. (Okay, vielleicht heute nicht mehr die Verfasser des Johannes-Briefs; aber Menschen, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben.)

Notwendiger Nachsatz: Die bösen Christen…

Fast schon notwendigerweise kommt immer, wenn man davon spricht, dass Christus als Synonym für Liebe / das Gute / Bereicherung des Lebens steht, der Einwand, dass die Kirche doch so viel Böses getan hat / tut. Es kommen Argumente wie das Kondom-Verbot des Papstes, das Unterdrücken von Gewerkschaften bei kirchlichen Arbeitgebern, die Intoleranz dieses oder jenes Kirchenmitglieds, das man kennengelernt hat.

Viele dieser Einwände sind wahrscheinlich berechtigt. Christen tun Böses. Kein Christ kann als ideales Beispiel dafür herhalten, wie Christus das Leben bereichert. Aber auch hier hilft uns die Analogie zum “Ring” weiter: Frodo, der Ringträger im “Herrn der Ringe”, ist durchaus in der Lage, Gutes zu tun (also Dinge, die der Intention des Rings widersprechen). Dennoch bleibt der Ring als solcher böse und verführt ihn zum Bösen.

Analog ist es mit Christus: Obwohl er zum Guten “verführt”, sind wir Menschen in der Lage, seinen Intentionen entgegen zu handeln. Wir tun Böses. Aber das ändert nichts daran, dass uns “der Sohn” eine Idee davon gibt, was das Gute ist (ebenso wie der Ring eine Idee davon gibt, was das Böse ist). Niemand wird den Ring für gut halten, nur weil Frodo Gutes tut. Ebenso sollte man nicht Christus für böse halten, nur weil Christen böses tun.

(*) Der “Herr der Ringe” wird hier noch häufiger Erwähnung finden. J.R.R. Tolkien (ein Freund des evangelikalen Autors C.S. Lewis he, he, he…) greift in seinen Büchern viele christliche Motive auf und übernimmt sie, auch wenn viele seiner heutigen Leser das vielleicht nicht wahr haben wollen.

So gefährlich?

Eine Lebensversicherung teilt ihre Versicherten in Gruppen ein, je nach dem, wie gefährdet sie aufgrund ihres Berufes sind. (Sinn: Je ungefährlicher der Beruf, desto niedriger die monatliche Rate.) Die Grafik zeigt, für wie gefährdet die Versicherung die einzelnen Berufsgruppen hält.

Interessant finde ich die Einordung der Lehrer: Sie gehören in Gefährdungsstufe 4 (von 5), gemeinsam mit Fliesenlegern, Chemielaboranten und Altenpflegern. Für noch gefährdeter hält die Versicherung nur Dachdecker und Bergleute (in Klasse 5). Ich wusste gar nicht, dass ich so einen gefährlichen Job habe. :-)

Klasse auch, dass Rektoren (=Schulleiter) in Gefährdungsstufe 1 gesteckt werden (Berufe “ohne körperliche Belastung” und “ohne besondere Belastungsfaktoren”). Ohne besondere Belastungsfaktoren? … Also die meisten Schulleiter, die ich bisher kennenglernt habe, haben ein deutlich stressigeres Leben als der durchschnittliche Lehrer. Mit denen wollte ich nicht tauschen, auch wenn ich dann eine günstigere Lebensversicherung erwerben könnte.

Und warum, bitte, sollte ich dir zuhören? (1. Joh 1, 1-4)

Alles gut und schön, was der Pfarrer (oder Rabbi oder Imam…) da sagt… Aber warum sollte das relevant sein? Der kann ja ehrlich davon überzeugt sein, dass es Gott (oder JHWH oder Allah…) gibt; aber damit ist doch noch lange nicht gesagt, dass das auch wahr ist. Wieso also sollte ich ihm zuhören?

Auch wenn wir uns manchmal einbilden, dass wir heute so viel schlauere Fragen stellen als die Menschen vor 2000 Jahren: Mit diesem Glaubwürdigkeits-Problem haben sie sich damals auch schon herumgeschlagen:

1 Was von Anfang an war, was wir gehört haben, was wir gesehen haben mit unsern Augen, was wir betrachtet haben und unsre Hände betastet haben, vom Wort des Lebens [...] 3 was wir gesehen und gehört haben, das verkündigen wir auch euch, damit auch ihr mit uns Gemeinschaft habt [...]. 4 Und das schreiben wir, damit unsere Freude vollkommen sei.

(1. Johannes-Brief 1, 1-4)

Die Antwort auf die Glaubwürdigkeitsfrage lautet also nicht: “Wenn du’s nicht glaubst, kommst du in die Hölle”, die Antwort lautet auch nicht “Es steht in der Bibel, also ist es wahr”. Die Antwort lautet stattdessen: Wir (die Verfasser des Johannes-Briefes) haben gesehen, gehört, erlebt (“betastet”), dass es stimmt (Vers 1), was wir euch sagen. Es macht uns glücklich, und wir wollen, dass ihr auch glücklich seid (Vers 4), deshalb berichten wir davon.

Die Autorität einer Predigt rührt nicht daher, dass das, was der Prediger sagt, auch in der Bibel steht. Sie rührt daher, dass der Predigende für das bürgt, was er sagt: Der Pfarrer (Rabbi / Imam) berichtet von dem, was sein Leben glücklich macht und bietet den Zuhörern an, es auch einmal damit zu versuchen. Aber anders herum auch: Wenn das, was der Predigende sagt, das Leben nicht bereichert, dann nützt ihm auch die Berufung auf heilige Texte nichts.

Für mich ist das in den ersten zwei Minuten einer Predigt immer der Test: Redet der da oben aus eigener Erfahrung, oder ist das nur “angelesen”? Wenn’s zweiteres ist, dann spare ich mir das Zuhören und mache ich mir lieber meine eigenen Gedanken. Wenn da aber jemand spricht, der von eigenen “göttlichen” Erfahrungen berichtet, dann kann es spannend sein, zuzuhören. Denn vielleicht funktioniert das, was bei ihm klappt, ja auch in meinem Leben?

Noch ‘ne Lanze für die Evangelikalen brechen

Evangelikale sind “widerliches Geschmeiß”, wird behauptet. Und wenn schon nicht alle, dann doch die meisten… Na, wenn ihr meint…

Aber ihr wisst schon, dass zum Beispiel Martin Luther King (genauso wie andere US-Bürgerrechts-Aktivisten), Nelson Mandela und Barack Obama “Evangelikale” waren/sind/ihnen nahestehen? Auch jemand wie Mutter Theresa, obwohl katholisch, war in dem Sinne “evangelikal”, dass sie ihr Leben an der Bibel orientierte. Wollt ihr diese Leute wirklich als “widerliches Geschmeiß bezeichnen? Doch wohl nicht, hoffe ich.

Ach so, das sind nur Ausnahmen, sagt ihr… Die meisten Evangelikalen sind viel schlimmer, sagt ihr?

Dann wird euch dieser Artikel der Bundeszentrale für politische Bildung wahrscheinlich auch nicht überzeugen, der beschreibt, dass Evangelikale in ihrer Mehrheit pazifistisch-unpolitisch sind? Und wie ist es mit diesem Artikel, der einige harmlose deutsche Politiker aufzählt, die der evangelikalen Szene nahestehen (gefunden via Scribito)? Nein, auf keinen Fall werden euch diese Artikel überzeugen. Denn schließlich ist es viel bequemer, an seinen Vorurteilen festzuhalten als zu differenzieren.

(Um es nochmal klarzustellen: Natürlich gibt es Evangelikale, die demokratiefeindliche und/oder unhaltbare Positionen vertreten. Aber erstens ist es dennoch unangemessen, diese Evangelikalen als “widerliches Geschmeiß” zu bezeichnen; das tun meiner Meinung nach nur Menschen, die selbst ein Problem mit ihrem Verständnis von Menschenwürde haben. Und zweitens kann man von den unhaltbaren Positionen einiger evangelikaler Politiker in den USA nicht auf die Position aller Evangelikalen verallgemeinern. Diese Klimawandel-Leugner, Schwulen-Hasser und Todesstrafen-Befürworter sind noch nicht einmal repräsentativ für die Evangelikalen in den USA, und schon gar nicht für die Evangelikalen in Deutschland.)

Dieser Text ist eine Fortsetzung von diesem Artikel…

Evangelikal bedeutet nicht “Pro Todesstrafe”

Felix von Leitner (aka Fefe), einer der einflussreichsten Blogger Deutschlands, schrieb gestern einen Blog-Beitrag über einen amerikanischen Politiker, der sich in Uganda für ein Gesetz einsetzt, demzufolge Schwule zum Tode verurteilt werden können. Dieser amerikanische Politiker, James Inhofe, bezeichnet sich selbst als “evangelikal”. In dem Zeit-Artikel, den von Leitner als Quelle verwendet, werden weitere “evangelikale” Politiker und Aktivisten genannt, die das neue Gesetz befürworten.

So weit, so schlecht. Leider muss man von Leitner zunächst Recht geben: Es gibt Kreise, die sich “christlich” nennen, die alles, was Jesus und Paulus über Nächstenliebe, Versöhnung und Toleranz gesagt haben, vergessen, sobald sie irgendwo zwei Männer Hand in Hand sehen. Das ist bisweilen unerträglich (das Verhalten dieser “christlichen” Kreise) und sollte auf keinen Fall verharmlost und kleingeredet werden. Was es für Homosexuelle (vor allem für homosexuelle Christen) bedeuten muss, wenn einflussreiche Personen immer wieder behaupten, die eigene Veranlagung sei Sünde und von Gott verflucht, kann ich mir kaum vorstellen.

Von Leitner schießt aber übers Ziel hinaus, wenn er schreibt:

Ach nee, wenn man von der Todesstrafe für Schwule in Uganda mal rückwärts geht, kommt man bei US-Fundichristen raus. Na sowas. Ein widerliches Geschmeiß, diese Evangelikalen immer.

(Hervorhebung von mir)

Einerseits ist natürlich die Bezeichnung von Menschen als “widerliches Geschmeiß” völlig niveaulos. Von Leitner ist da nicht besser als die Hetzredner, die er anklagt. Aber das ist offensichtlich und mir deshalb nicht so wichtig. Bedeutsamer scheint mir das kleine Wörtchen “immer” am Ende dieses Zitats, das eine unzulässige Verallgemeinerung von einigen (evangelikalen) US-Lobbyisten auf alle Evangelikalen enthält. Da diese Verallgemeinerung sehr häufig stattfindet, muss dazu mal etwas gesagt werden:

Unzählbar viele Gruppen auf der ganzen Welt nennen sich “evangelikal”. Der Begriff ist schwammig und eine Definition fast unmöglich. Gemeinsam haben alle “Evangelikalen” höchstens, dass für sie die Bibel einen höheren Stellenwert hat als für nicht evangelikale Christen; zumindest sehen sie selbst das so. Ansonsten sind sie genauso heterogen wie die “Gruppe” der Fußball-Fans oder die “Gruppe” der Ibizza-Urlauber. “Die Evangelikalen” gibt es nicht.

Von Leitner ist also schlicht im Irrtum, wenn er unterstellt, alle evangelikalen Christen würden die Todesstrafe für Schwule befürworten. Im Gegenteil: Praktisch alle evangelikalen Christen, die ich kenne (und das sind nicht wenige) lehnen die Todesstrafe vollständig ab, egal was damit geahndet werden soll.

“Aber die Evanglikalen sind doch alle gegen Schwule, selbst wenn sie die Todesstrafe ablehnen”, könnte man einwenden. Das stimmt wahrscheinlich, zumindest für viele Evangelikale. Aber ich behaupte einmal (obwohl ich es natürlich nicht beweisen kann), dass man in vergleichbaren sozialen Millieus keine Unterschiede zwischen Evangelikalen und einer Vergleichsgruppe feststellen kann. Konservative, einem traditionellen Familienbild verbundene Menschen lehnen Homosexuelle immer noch mehrheitlich ab. Ob sie dabei zusätzlich noch evangelikal sind spielt aber höchstens eine untergeordnete Rolle.

Niederlagen, die begeistern

Bin gerade zum erstenmal von meiner Tochter (3 Jahre) in Memory abgezockt worden, obwohl ich “voll gespielt”, also nicht bewusst Fehler gemacht habe. Ein schönes Gefühl. :-)

Kinder spielen Memory ja mit solch einem Tempo, dass zumindest ich keine Memo-Techniken (Ort-Methode, Geschichten-Methode) mehr einsetzen kann. Und dann legen diese kleinen Gedächtniskünstler die Karten auch noch an andere Stellen wieder hin als die, von denen sie sie hochgenommen haben. Als ob sie wüssten, dass uns Erwachsene das fertigmacht.

Aber morgen spielen wir “Obstgarten”, da schlage ich zurück! Beim Würfeln muss ich mir wenigstens nichts merken.

Gruppenreisen mit der Lufthansa

Die Lufthansa hat mittlerweile geantwortet. Per Mail funktionierte der Kontakt ganz problemlos.

Für eine Gruppenreise mit 12 Personen von Düsseldorf nach München in etwa einem Jahr will die Airline mit dem Kranich am Heck (oder war das Condor?) 190 € pro Person haben. Seltsam nur: Wenn ich die Reise über die Webseite (als 12 Einzel-Tickets) buche, dann muss ich nur knapp 100 € pro Person bezahlen, also ungefähr die Hälfte.

Das liegt auch nicht daran, dass der billige Tarif nicht für 12 Personen verfügbar wäre (wie die Lufthansa auf meine Nachfrage behauptete). Denn ich habe mittlerweile 12 Tickets (als Einzeltickets) gebucht, und das einzige Problem bestand darin, dass ich für den Rückflug die Gruppe auf zwei Flüge aufteilen musste, die in einem Abstand von einer Stunde gehen.

Ein Gruppentarif, der doppelt so teuer ist wie eine Einzelbuchung: Scheint mir irgendwie kein erfolgversprechendes Geschäftsmodell zu sein.