Gestern Nachmittag war ich bei einer Fortbildung für Informatik-Lehrer, die von der Universität Duisburg-Essen veranstaltet wurde. Thema: Mit Schülern Java-Programme fürs Handy schreiben.
Die Veranstaltung war wie so manche Schulstunde: Ein wenig zu vollgepackt, ein wenig zu sehr frontal-orientiert, ein wenig zu chaotisch, aber man hat dennoch eine Menge gelernt und es hat sogar noch Spaß gemacht. Im nächsten Schuljahr werde ich das mal mit SuS im Unterricht ausprobieren.
Schüler, die Lehrern helfen
Witzig fand ich allerdings die Situation, in der sich die versammelten 10 Informatik-Lehrer befanden: Keiner von uns kannte sich mit diesem speziellen Thema aus. Und die Dozenten der Veranstaltung waren (neben der souveränen Leiterin) Studentische Hilfskräfte, also Studenten, die nur wenig älter waren als unsere Abiturienten.
Wenn die Studenten uns Lehrern nun erklärten, wie man die Software richtig installiert und was es mit den irgendwelchen Fehlermeldungen auf sich hat, dann taten sie das mit einer Wortwahl und in einer Tonlage, die sie wahrscheinlich auch gegenüber einem störrischen Pferd angeschlagen hätten: Gaaanz langsam sprechend, gaaanz einfache Worte wählend, sich gaaanz demonstrativ viel Zeit nehmend.
Meine Güte, bin ich alt!
Selten kam ich mir so alt vor wie gestern: Nach eigener Wahrnehmung mit Mitte 30 top-ausgebildet und mit State-of-the-Art-Fähigkeiten im Umgang mit der IT… und in den Augen der Hilfskräfte offenbar in etwa auf dem Niveau ihrer Ur-Oma, die beim Begriff “Browser” an einen Duschkopf denkt.
Hach, ich fand es richtig lustig gestern… Etwas Sorgen mache ich mir allerdings wenn ich mir ausmale, wie mich die Studentischen Hilfskräfte wohl in 20 Jahren auf Fortbildungen behandeln werden. Wahrscheinlich werden sie dann versuchen, mir die Hand zu führen und sicherheitshalber vor besonders schwierigen Aufgaben einen Arzt verständigen…
